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Luftkeimsammlung: Schimmeluntersuchung der Raumluft

Ein unangenehmer Geruch in der Wohnung, gesundheitliche Beschwerden der Bewohner, deren Ursache nicht feststellbar ist, oder ein Verdacht auf einen Feuchteschaden, welcher jedoch von außen nicht lokalisiert werden kann: All dies sind typische Situationen, in denen eine Schimmeluntersuchung weiterhelfen kann. Das auch unter dem Begriff Luftkeimsammlung bekannte Verfahren dient dazu, den Sporengehalt der Raumluft zu bestimmen und darüber verborgene Schimmelpilzquellen ausfindig zu machen. Ein Verdacht auf Schimmelpilze kann auf diesem Wege bestätigt oder aber aus der Welt geschafft werden. Doch auch als Möglichkeit zur Sanierungskontrolle oder Ursachenklärung wird die Schimmeluntersuchung genutzt. Die Sporenanzahl und die Arten der Zusammensetzung der Schimmelpilzsporen stellen in diesem Zusammenhang wichtige Indikatoren dar.

Schimmeluntersuchung: So funktioniert’s:

Bei einer Schimmeluntersuchung wird immer ein zuvor definiertes Luftvolumen eines Innenraums durch einen Luftkeimsammler geführt, wobei die in der Luft befindlichen Sporen oder Partikel herausgefiltert werden. Als Referenzwert dient eine Vergleichsmessung der Außenluft. Prinzipiell stehen für die Schimmeluntersuchung zwei Methoden zur Auswahl: Die Luftkeimsammlung und die Gesamtsporenmessung. Bei der Luftkeimsammlung werden allein die kultivierbaren Schimmelsporen erfasst. Diese werden über Düsen in den Luftkeimsammler gesaugt und treffen auf eine Nähragarschale, wo sie sich absetzen und nach ein paar Tagen ggf. auskeimen. Bei der Gesamtsporenmessung werden hingegen nicht nur die keimfähigen, sondern auch die nicht mehr keimfähigen und mit allergenem Potential ausgestatteten Sporen gesammelt. Darüber hinaus ergibt sich aus der Erfassung von Staub, Fasern etc. ein umfassenderes Bild der Raumluftdurchsetzung. Bei der Gesamtsporenmessung wird ein Objektträger (Glasplättchen) in den Luftkeimsammler eingesetzt und die Luft über eine größere Düse angesaugt. Die Partikel bleiben auf der Klebefläche des Objektträgers haften und werden anschließend mikroskopisch ausgewertet. In der Regel werden Luftkeimsammlung und Gesamtsporenmessung parallel durchgeführt, um ein möglichst ganzheitliches Ergebnis zu bekommen. Die Zeit zwischen Messung und Auswertung beträgt etwa 14 Tage.

Die Voraussetzungen der Schimmeluntersuchung

Verschiedene Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Schimmeluntersuchung objektiv durchgeführt werden kann. So sollte im betreffenden Innenraum in den vorhergehenden acht Stunden nicht gelüftet werden, um das Keimspektrum nicht durch die Außenluft zu beeinflussen. Müll, Obst oder sonstige potentielle Keimquellen sollten am Tag vor der Lüftung entfernt werden. Auch ist es sinnvoll, eine Vorab-Sichtkontrolle auf Schimmelpilzquellen durchzuführen, welche nichts mit dem Schaden zu tun haben: Diese können für die Luftkeimmessung ein Abbruchkriterium darstellen. Und auch die Nähragarschale sollte vorab auf Fremdkontaminationen geprüft werden.

Um verlässliche Messwerte zu erhalten ist eine Vergleichsmessung der Außenluft unabdingbar. Diese wird als Bewertungsgrundlage für die Innenraumluftmessung genutzt und gibt somit Auskunft, ab wann die normale Hintergrundbelastung an Schimmelpilzen auffällig ist. Die Artenzusammensetzung kann bereits Aufschluss über den Schaden geben. So kommen manche Schimmelpilzsporen wie Aspergillus versicolor nur in Verbindung mit sehr hoher Feuchtigkeit, also üblicherweise Wasserschäden, vor. Andere Arten wie z.B. Aspergillus restrictus wachsen hingegen bereits bei geringer Feuchtigkeit und deuten häufig auf ein Problem mit Wärmebrücken hin. Die Art des Schimmelpilzes kann also bereits Hinweise für die Ursachenbestimmung des Schadens liefern.

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